Freitag, 28. Oktober 2016

Viledas Staubwischroboter VIROBI

Bei dem Preis musste ich jetzt einfach zuschlagen. Lidl hatte das Gerät für 25 Euro im Angebot. Hier mal die Erfahrungen der ersten beiden Einsatz-Tage.

Aufgeladen war der Roboter vor dem ersten Einsatz schon nach knapp 4 Stunden. Es war kurz vor Mitternacht, als die Ladeanzeige auf Grün sprang. Da wollte ich aber nicht bis zum nächsten Tag warten, sondern gleich ausprobieren.
Der Packung lagen nicht nur das Ladegerät, sondern auch drei Staubfang-Ringe bei, die im Klettverfahren an der Netzumrandung des Roboters zu befestigen sind. 

Dann braucht man nur noch die Taste für eine Kurzreinigung (30 Minuten) oder eine gründliche Reinigung wählen und schon düst das kleine runde UFO mit einem leisen Brummgeräusch los. Sämtliche, für das Gerät erreichbare Zimmerecken wurden, zum Teil mehrfach angefahren. An Hindernissen wie Bodenleisten, zu schmalen Durchlässen und Türen stoppt es und fährt in anderer Richtung weiter. Wenn es gegen Zimmertüren bumst, geht das natürlich nicht geräuschlos vonstatten. Die meiste Aufmerksamkeit erlangte Virobi bei Katze Tiziana, die genau beobachtete, was dieses merkwürdige Wesen da so treibt. So ist die Katze wenigstens schon mal gut beschäftigt.
In der ersten Nacht habe ich einen 40 qm-Raum staubwischen lassen. Ich gebe zu, dass ich nicht geglaubt habe, dass der Virobi wirklich effektiv arbeitet. Aber inzwischen bin ich überzeugt. Am Ende der Kurzreinigung war der Staubfang-Ring so voll mit Haaren und Staub, dass es eine Freude war.
Einziger Nachteil: Diese 29 cm im Durchmesser großen Ringe müssen nach Gebrauch weggeworfen werden. Das ist weder geldbeutel- noch umwelt-freundlich. Eine Packung mit 20 Ersatz-Ringen (Pads) kostet rund 5 Euro derzeit. Wenn man also wirklich für jeden Raum ein neues Pad nutzen soll, ist eine 20-er Packung nichts. Ich denke und hoffe, es wird über kurz oder lang auch konkurrierende und preiswertere Produkte geben.
Am zweiten Tag war das Wohnzimmer dran. Die Katze war immer noch sehr interessiert. Ich habe dieses Mal die Intensiv-Reinigung gewählt und der Roboter ackerte sich wacker eine Stunde lang über den Boden. Dann habe ich ihn ausgebremst, weil ich aus dem Haus gehen wollte. Der Akku war jedenfalls noch immer nicht leer. Angeblich soll er für 120 Minuten  Kraft liefern. Das muss ich noch ausprobieren.
Auf jeden Fall war der Staubfangring wieder erfreulich voll. Weil Virobi so flach ist (nur 4,5 cm hoch), wischt er auch unter dem Sofa ganz fleißig Staub weg. ("Hui, eine fette Maus unter dem Sofa", denkt die Katze). Leider hat er sich da dann auch mal festgefahren, so dass ich ihm mit einem langen Stock wieder auf die Sprünge helfen musste. Auch unter einer millimeter-hohen Kante zwischen Schublade und Boden blieb er mehrfach mit seinem Netzrand hängen. Man sollte also nicht aus dem Haus gehen, damit man in solchen Fällen Hilfestellung geben kann, sonst wischt Virobi nur auf der Stelle, von der er nicht mehr wegkommt.
Mal sehen, wie der neue Hausbewohner und ich im weiteren Verlauf miteinander auskommen. Noch bin ich ganz begeistert. Bei 2 Jahren Garantie kann ja eigentlich auch nicht viel schief gehen. Ich werde diesen Post aktualisieren, sofern es mehr zu berichten gibt.


Sonntag, 14. August 2016

Gibt es ein (Männer-)Chorsterben? - Interview mit Dietmar Weidenfeller

1) Ist die zunehmende Häufigkeit der Gesangverein-Auflösungen Ihrer Meinung nach auch auf die Kosten (für Anmietungen, Chorleiter, Auftritte usw.) zurückzuführen?

Ich glaube nicht, dass wir von einer zunehmenden Häufigkeit von Vereinsauflösungen sprechen sollten. Das belegen auch die Zahlen im Kreis-Chorverband Koblenz der letzten Jahre. Und die Auflösung der Männerchöre in den letzten Jahren hatte sicherlich nichts mit den Kosten zu tun, denn vielfach wurden und werden Beiträge weit unterhalb einer (vermuteten) Reizschwelle von 10 € erhoben. Das Problem liegt einfach in der Überalterung der Chöre und eben auch in der Schwierigkeit, junge Sänger gewinnen zu können.

2) Was sind Ihrer Meinung nach die zwei wichtigsten Ursachen dafür, dass die Männerchöre keinen Nachwuchs akquirieren können?

Es sind ja nun nicht nur die Männerchöre, die sich schwer tun, Nachwuchs zu generieren. Für mich ist das ein Problem vieler Vereine, auch im Sport. Bezogen auf die Männerchöre kann man das dann auch nicht generalisieren. Chöre, die früh genug für eine gute Mischung im Liedgut Sorge getragen haben, haben weniger Nöte, finden dann eher die Generation 30 respektive 40 plus, die mitsingen wollen. Wichtig ist mir auch, sich als „alter“ Chor ruhig mal etwas zu trauen, etwas Neues anzugehen und alte Zöpfe abzuschneiden, eben auch mal beispielsweise einen Rap zu singen. Das hat bei uns im Chor zunächst einmal für etwas Unmut gesorgt, aber als das Lied gut einstudiert war und entsprechend gut geklungen hat und für Begeisterung beim Auditorium gesorgt hat, waren alle mehr als zufrieden und glücklich.

3) Gibt es für Männer-Gesangvereine (MGV) auch Alternativen zum gemeinsamen Singen außerhalb der Vereinsstrukturen?

Das ist eine gute Frage. Wenn ich einen Chor gründe, muss ich ihm auch einen organisatorischen Rahmen geben, in dem er sich bewegt und als der er nach außen tritt. Ich muss das jetzt nicht Verein nennen, aber eine ähnliche Form wird es schon sein. Ich brauche einen Chorsprecher, der mit dem Dirigenten Termine abspricht, ich brauche jemanden, der die Beitragsverwaltung wahrnimmt und die Kasse führt und ich brauche auch jemanden, der die Pressearbeit macht. Welchen Namen ich dieser organisatorischen Form gebe? Es muss ja nicht „Verein“ sein, aber es ähnelt dem doch.

4) Welche Art von Musik sollte das Schwergewicht des Lied-Repertoires sein, um einen MGV für die Jugend attraktiv zu machen?

Natürlich ist der „Musikgeschmack“ generationenbedingt unterschiedlich angelegt. Das bedeutet aber nicht, dass zwingend nur Rock und Pop gesungen werden muss, um junge Sänger zu begeistern. Das, was wichtig ist, ist auf einem guten Niveau zu singen, denn das hat sich für mich gezeigt: wenn sich junge Menschen für den Chorgesang entscheiden und begeistern, dann wollen sie das auch ambitioniert tun. Ja – und gut gesungen klingt halt eben auch Silcher hervorragend.

5) Warum erfährt das immer häufiger angebotene „Rudelsingen“ einen so starken Zulauf, das Singen im Chor aber nicht?

Rudelsingen“ hat eben mehr Eventcharakter und ist auch nicht verpflichtend wie das Singen in einem Chor. Gerade letzteres wird einem ja häufig als Grund genannt: einmal Probe die Woche, das ginge ja noch, aber dann die Auftritte am Wochenende!?

6) Gibt es eine Mindestanzahl von mitsingenden Männern für das Funktionieren eines Chors?

Natürlich ist es schön, wenn man in einem großen Chor singt. In meiner Zeit in den Niederlanden habe ich nahe Aachen in einem Chor mit rund 80 Sängern gesungen, das war schon klasse. In Pfaffendorf singe ich in einem Chor mit rund 30 Sängern und auch das ist gelungen. Wichtig ist immer eine stimmliche Ausgewogenheit und das passende oder sich ergänzende Stimmen nebeneinander stehen. Das ist dann die Aufgabe der Chorleiterin oder des Chorleiters, das harmonisch zusammen zu fügen. Singen kann ich auch mit einer Handvoll Sängern, die dann aber auch wirklich stimmsicher sein müssen.

7) Was sollte sich Ihrer Meinung nach neben der Modernisierung des Liedguts bei den MGV ändern, um ihre Attraktivität zu erhöhen?

Wichtig sind gelungene Auftritte und andere Auftrittsplattformen, Auftrittspattformen, die eben anderes Publikum als immer nur das eigene Publikum ansprechen. Hinzu kommt neben einer guten stimmlich-harmonischen Interpretation des Liedgutes heutzutage auch, das Ganze mit Körpersprache zu begleiten, also eben als Chor-in-Motion aufzutreten. Hier haben insbesondere die Männerchöre noch ihre Hausaufgaben zu machen und ich muss zugeben: auch ich fühle mich manchmal mehr als Bewegungslegastheniker denn als Bewegungstalent.

8) Welche Unterstützung gibt es durch den Chorverband, um sterbenden Chören wieder auf die Beine zu helfen?

Der Chorverband, sei es Kreis-Chorverband oder Landeschorverband, bieten Stimmbildungsseminare sowie Seminare zu verschiedenen anderen Themen an. Das sind aber alles Maßnahmen, die „vor dem Sterbeprozess“ ansetzen und darauf abzielen, die Lust am Singen zu erhalten und zu steigern und es damit erst gar nicht zum „Sterbeprozess“ kommen zu lassen. Gezielte Unterstützungsmaßnahmen, „sterbenden“ Chören wieder auf die Beine zu helfen, kann ich nicht benennen.

9) Haben Geselligkeit, Tradition und Kameradschaft Ihrer Meinung nach in der heutigen Zeit noch eine Chance? Wenn nicht: Was kann stattdessen punkten?

Sicherlich haben Geselligkeit, Tradition im Sinne von „das Feuer schüren und nicht die Asche bewahren“ und auch Kameradschaft auch heute noch Wert. Singen geht für mich aber darüber hinaus. Von Professor Fritz Höft stammt der Satz: „Singen ist Balsam für die Seele!“ Und genau das ist es, was viele medizinische Untersuchungen gezeigt haben. Singen ist geeignetes Mittel zum Stressabbau, weil durch Singen beispielsweise eine ganze Reihe von positiven Emotionshormonen ausgeschüttet wird und zudem durch Singen auch Immunglobulin gebildet und damit die Abwehrkräfte gestärkt werden. Ich sage immer gern: Singen ist ein Saunagang für die Seele. Und für sich selbst und das eigene Wohlbefinden zu akzeptablen Kosten sollte man sich doch einmal die Woche Zeit nehmen.

10) Könnte die Einführung von Vorstandsteams einen Schritt in die richtige Richtung bedeuten, um die Verantwortung für den Verein auf möglichst viele Schultern zu verteilen?

Von der Idee ist der Vorstand ja bereits ein Team, in dem die verschiedenen Aufgaben, die anfallen, auf mehrere Schultern verteilt werden. Wenn es aber nun gar nicht gelingt, eine(n) zu finden, die/der das Amt des 1. Vorsitzenden übernimmt, dann kann es Sinn machen, zwei gleichberechtige „Vorstandssprecher“ zu berufen. Dabei ist es aber wichtig, dass diese beiden nicht auf unterschiedlichen Wellenlängen unterwegs sind und, um es platt zu sagen, miteinander können. Aber nochmal: Vorstandsarbeit ist Teamarbeit mit entsprechender Verteilung der Aufgaben.

11) Kann ein MGV auch mit zweistimmig statt vierstimmig leistungsstark bleiben?

Grundsätzlich könnte man sicher mit Ober- und Unterstimme singen, also die Tenöre und die Bässe zusammen in zwei Stimmen fassen. Wie es mit Partituren aussieht, kann ich nicht sagen, Leistungsstärke zeigt sich aber dann doch eben in vierstimmigen Gesang.

12) Sind die Sängerwettbewerbe noch zeitgemäß? Haben sich die Teilnehmerzahlen in den letzten 10 Jahren verändert?

Der Chorverband Rheinland-Pfalz bietet unterschiedliche Wettbewerbe an, das reicht vom Leistungssingen der Stufen 1 und 2 zum Meisterchorsingen bis hin zum Leistungssingen im Bereich Pop, Jazz und Gospel sowie dem Volksliederleistungssingen. Angeboten wird also eine Bandbreite an Wettbewerben für alle Chorgattungen. Hinzu kommen dann Angebote der 5 Regionen im Chorverband wie auch Wettbewerbe, die von einzelnen Chören angeboten werden. Ich halte diese Wettbewerbe für durchaus zeitgemäß, gibt einem das als Chor doch Gelegenheit, seine eigene Leistungsfähigkeit einmal durch ein neutrales und mit qualifizierten Wertungsrichtern besetztes Gremium bewertet zu bekommen. Zu den Teilnehmerzahlen nur so viel: bei den letzten Leistungssingen und Meisterchorsingen waren immer zwischen 10 und 15 Chören dabei, ein Mehr an Chören wäre an einem Termin auch kaum verkraftbar, waren publikumswirksam und haben eine gute Resonanz gefunden.

13) Können Sie mir Beispiele von Männer-Gesangvereinen nennen, die es geschafft haben, sich gegen den allgemeinen Trend zu stellen? Und was ist deren „Geheimnis“?

Als Beispiel aus dem Kreis-Chorverband Koblenz kann man sicherlich den MGV Eintracht Arzheim und den MGV Frohsinn Pfaffendorf nennen. Beides sind zwar keine Riesenchöre, aber mit ihren jeweils rund 35 Sängern in einer guten Altersmischung unterwegs. Was ist das Geheimnis? Beide Chöre haben sich früh genug im Liedgut entsprechend aufgestellt, beide Chöre haben mit Wolfgang Fink und Waltraud Schmitt Chorleiter, die entsprechend motivieren. Und die Sänger waren offen für neues – manchmal vielleicht auch murrend – wobei das Murren relativ schnell aufgehört hat. Und das ist für mich das wesentliche: offen zu sein für neues, alte Partituren dann auch alte Partituren sein zu lassen und durchaus Bekanntes in neuer Form, in einem anderen, moderneren Satz einzustudieren. Wesentlich ist aber auch immer das Umfeld, in dem der Chor beheimatet ist, hier hat es Arzheim mit seiner positiv dörflicheren Struktur und dem Zusammenhalt auch über und in den Vereinen sicher einfacher als ein Chor mitten in der Stadt.

14) Ist das derzeitige Aus vieler MGV vielleicht einfach eine natürliche Auslese, mit der die Spreu vom Weizen getrennt wird?

So würde ich das nun wirklich nicht nennen. Es ist ja so, dass vielfach auch früher leistungsstarke Chöre wegen der Nachwuchsprobleme zu kämpfen haben oder sich eben auch schon aufgelöst haben. Es ist in meinen Augen nicht der natürliche Ausleseprozess, sondern eben das Er- und Durchleben eines auch grundlegend gesellschaftlichen Problems.

15) Schauen Sie doch bitte einmal in die Zukunft: Wie sieht die Chorlandschaft Ihrer Meinung nach in 20 Jahren aus?

Jetzt habe ich meine Kristallkugel nicht zur Hand. Von daher fällt es mir schwer, die Chorlandschaft der Zukunft zu prognostizieren. Ich glaube, oder sagen wir mal lieber, ich hoffe, dass wir auch in der Zukunft eine Vielfalt und breite Palette in der Chorszene haben werden. Und wenn ich mir die Zahlen aus unserem Kreis-Chorverband Koblenz anschaue: von den rund 1500 Sängerinnen und Sängern der Chöre, die dem Chorverband angeschlossen sind, sind über die Hälfte Sängerinnen und Sänger in Kinder- und Jugendchören. Das stützt meine Hoffnung: Singen hat Zukunft und die Chorlandschaft der Zukunft wird nicht weniger bunt sein als heute. Das, was wir wahrscheinlich nicht mehr vorfinden werden, sind die sehr großen Chöre, dafür vielleicht mehr Genre-Chöre und mehr Projektchöre.

16) Worin unterscheiden sich Männer- von Frauen- und von Projektchören? Warum erfahren die einen mehr Zulauf als die anderen?

Zum Unterschied bei den Frauen- und Männerchören habe ich spaßeshalber mal gesagt, dass die Freude und die Lust am Singen wohl etwas mit den unterschiedlichen Chromosomensätzen zu tun haben muß. Und das es wohl das „schadhafte“ XY-Chromosom ist, das uns Männer teilweise eben weniger sangeslustig sein lässt als Frauen. Nun sind Frauenchöre im Vergleich zu den Männerchören ja noch eine jüngere Chorgattung, der Frauenchor Bubenheim feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Bestehen, Quodlibet Rübenach besteht seit 25 Jahren. Von daher ist auch die Alterstruktur in den Frauenchören ganz anders als bei den Männerchören und entsprechend ist auch hier die Bereitschaft zum Ausprobieren neuen Liedgutes aus meinem Blickwinkel heraus größer.
Und zu den Projektchören: die bilden sich für ein bestimmtes Projekt, sind also zunächst einmal für mögliche MitsängerInnen zeitlich befristet: Ja – wenn das nur für ein halbes Jahr ist, da singe ich doch mit!

Das Interview führte ich mit 


Dietmar Weidenfeller
Kreisvorsitzender im Kreischorverband

Aufgaben:
  • Leitung des Kreis-Chorvebandes
  • Vorstandssitzungen und Tagungen
  • Repräsentation